GundiAm 21. Juni 1998 starb Gerhard Gundermann. Die Lücke, die er hinterließ ist eher noch größer und die Wunden bei Vielen nicht wirklich verheilt.
Zehn Jahre später gedenken und feiern Kollegen und Freunde, Weggefährten und Nachgeborene, mit einem vielstimmigen und mehrstündigen Tribut-Konzert diesen außergewöhnlichen Menschen und Künstler.
Die Liste der Mitwirkenden auf der Bühne wird lang und ist noch nicht ganz abgeschlossen. Ihr Kommen haben u.a. signalisiert:
Gundermanns Seilschaft, Polkaholix, die Tübinger Randgruppencombo, Andreas Dresen, Gabriela Maria Schmeide und Axel Prahl, Nora Tschirner, Silly, Toni Mahoni und Band, Manfred Maurenbrecher, ein Orchester um Tobias Morgenstern feat Winnie Böwe und Thomas Rühmann ist nicht ihr Ende, aber vielleicht der Anfang des Konzertes, auf dem auch erstmals die Gundermann- CD/ DVD “Alle oder Keiner” vorgestellt wird.

[BuschFunk]

Eine sehr amüsante — und wohl auch ein bißchen wahre — Glosse von Klaus Brinkbäumer aus dem SPIEGEL 44/2006:

In Berlin erklärt der Amerikaner Thomas Friedman den Deutschen die Globalisierung.

Dass Deutschland nicht vorn mitrennt im globalen Wettlauf, das wusste Thomas Friedman, darum hat er ja in Indien und im Silicon Valley recherchiert und an anderen Orten, wo der Mensch flink und vernetzt ist, und nicht in Deutschland. Dass Deutschland aber so weit hinten liegt, hat er nicht geahnt.

In Berlin möchte der Reporter der Globalisierung, Amerikaner in schwarzem T-Shirt und schwarzem Anzug, mit Schnauzer und ergrauenden Haaren, vortragen, was er dort, in der modernen Welt, erfahren hat. Den Deutschen will Thomas Friedman die Globalisierung erklären; eine Mail muss er zuvor noch verschicken, aber er kann seine Mail nicht verschicken, weil sie in seinem Hotel am Zoo kein Internet haben und bei Suhrkamp in der Fasanenstraße auch nicht.

Stuck haben sie bei Suhrkamp. Helles Parkett. Schwarze Möbel. Und an den Wänden weise Sprüche: “Ziel ist eine Gesellschaft, die den Geist nicht zum Außenseiter macht, nicht zum Märtyrer und nicht zum Hofnarren.” Max Frisch. Das alles kann man sich in Ruhe angucken, beim Kaffeetrinken, weil Thomas Friedman doch noch nicht von der Globalisierung berichten kann, weil er ja seine Mail verschicken muss und nicht verschicken kann in dieser verdammten Hauptstadt von Germany, diesem Erdloch, dieser Grube ohne Internet mitten in einer flachen Welt. “Kann nicht sein”, sagt er, “Berlin! 2006!”

(more…)

Folgender Text stammt von Pascale Hugues, in ihren Kolumnen im Tagesspiegel immer eine hervorragende Beobachterin der Deutschen, insbesondere der Berliner:

Einst war der Frühling eine naive, verspielte Jahreszeit. Er gehörte den Verliebten, den Blümelein und den Vögelchen. Das war einmal. Rund um den Schlachtensee animieren die ersten Temperaturschübe heute nicht mehr die Vögel zum Singen, Springen und Scherzen, sondern Bataillone von Joggern zum Keuchen, Spucken und Ächzen.

Die Morgenstunden gehören den Zehlendorfer Damen. Die Kinder sind in der Schule, die Ehemänner schuften im Büro. Der See ist noch kalt und finster, der Himmel leuchtet in zarten Mauve-Tönen. Die Zehlendorferinnen joggen paarweise nebeneinander her, in der gleichen Anordnung wie die Perlenstecker in ihren Ohrläppchen. Sie kultivieren einen lasziven Trott, der eher nach mediterraner Passeggiata aussieht als nach Nordic Walking. An ihren Gürteln baumeln Mineralwasserflaschen. Nach dem Parcours belohnen sie sich mit Cappuccino auf der Terrasse der Fischerhütten.

(more…)

Martin BuchholzGestern endlich mal wieder den Kabarettisten (nein, kein ‘Comedian’) Martin Buchholz live erlebt: Wir waren in den Wühlmäusen, Manjas Geburtstagsgeschenk einlösen. Ich hatte ihn in den letzten Jahren etwas aus den Augen verloren (mein letztes Buchholz-Programm/Buch ist nun auch schon über 10 Jahre alt). Aber der Mann ist immer noch unglaublich wortgewandt und gerade auf der Bühne ein Muss! Sein aktuelles Programm heisst “Freiheit für Angela” — doch das 2005er Wahldebakel dient nur als Sprungbrett fuer Buchholz’ Wortakrobatik und Gedankensprünge und wird offenbar ständig aktualisiert. Im zweiten Teil gab’s ein “Reader’s Digest” oder “Worst of” bisheriger Programme. Alles in allem: sehr empfehlenswert!

« Previous Page