Grammy Award-winning music legend Kris Kristofferson opens his latest release with the title track “Closer To The Bone,” an intense, intimate song which the Los Angeles Times describes as “a celebration of that point in life where every moment becomes precious.” The record continues with 11 poignant tracks. Closer To The Bone, his second release with New West Records, is scheduled for release on September 29, 2009. The new record was produced by Grammy Award winning producer Don Was (Rolling Stones, Bob Dylan, Bonnie Raitt) who also produced Kristofferson’s last CD, the critically acclaimed This Old Road. Closer To The Bone will be released as a standard CD, deluxe two-CD set as well as limited edition 180 gram vinyl.

The personal lyrics on Closer To The Bone are a reflection of Kristofferson’s epic journey. “I like the intimacy of the new album” he explains in a recent interview. “It has a general mood of reflecting on where we all are at this end of life.” In addition to the title track, other stand out cuts include “From Here To Forever,” a melancholy lullaby to his children, and “Good Morning John,” written for Kristofferson’s friend and mentor, the late Johnny Cash, about the struggles with addiction early in Cash’s life.

Closer To The Bone features Kristofferson on vocals, guitar and harmonica, Don Was on bass, Rami Jaffee on keyboards, Jim Keltner on drums and longtime friend, the late Stephen Bruton, to whom the album is dedicated, on guitar, mandolin and backing vocals. All lyrics and music were written solely by Kristofferson except “From Here To Forever” which was written in collaboration with Stephen Bruton and Glen Clark.

[New West Records]

The only Boss I listen to:

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[DER SPIEGEL 32/2009]

Wider den verlogenen Menschenrechts-Bellizismus

von Richard David Precht

Was ein Krieg ist, definiert der Verteidigungsminister. Dieser Satz steht zwar nicht in der Verfassung, aber er gilt trotzdem. Ein “Stabilisierungseinsatz” und “kein Krieg” sei das, was die Bundeswehr in Afghanistan treibe, erklärte Franz Josef Jung. Ergänzt um den verblüffenden Nachsatz, dass es schon deshalb kein Krieg sei, weil dies der Sprachgebrauch der Taliban sei. Diese wiederum seien keine Krieger, sondern Terroristen.

Drei Sätze benötigte der Verteidigungsminister, um die deutsche Sprache weit hinter die Gebrüder Grimm zurückzuwerfen. Hin zu einer privaten Semantik, in der Krieger keine Terroristen und Terroristen folglich auch keine Krieger sein können. Hin auch zu einer Begriffswolke namens “Stabilisierungseinsatz”, die ihren Ehrenplatz im Wörterbuch der militärischen Verdummungsvokabeln findet. Worte wie diese signalisieren nur eins: Feigheit vor dem eigenen Volk.

Worum es beim Stabilisierungseinsatz gegen die Nicht-Krieger der Taliban gehen soll, erklärt weniger zaghaft Jungs Generalinspekteur Wolfgang Schneiderhan: “Es ist jetzt an der Zeit, diese Eskalation vorzunehmen.” Das Wort Krieg fällt auch bei ihm nicht. Kein Wunder, denn seit der Amtsübernahme von US-Präsident Barack Obama gibt es keinen Krieg gegen den Terrorismus mehr. Der Begriff verschwand im Giftschrank der Außenpolitik, ersetzt durch “Overseas Contingency Operation”, also so etwas wie “Krisenfallmaßnahme in Übersee”, gemeint ist unter anderem Afghanistan. “Politische Sprache ist dazu geschaffen, Lügen wahrhaft und Mord respektabel klingen zu lassen”, meinte einst George Orwell. Und nur der amerikanische Präsident und der deutsche Verteidigungsminister dürfen definieren, was ein Krieg ist, nicht aber ein paar hergelaufene Afghanen, denen man bis vor einem halben Jahr noch Menschenrechte bescheren wollte.
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Die neue Elite vom Prenzlauer Berg

Online in der ARD-Mediathek bis 08.09.2009:

Wie kein anderes Viertel in Deutschland wurde der Prenzlauer Berg in den vergangenen 20 Jahren umgekrempelt. Aus dem ehemaligen Arbeiterviertel im Berliner Osten ist ein boomender Kiez geworden. Nach der Wende wurde der Prenzlauer Berg zu Europas größtem Sanierungsgebiet: verfallene Altbauten wurden mit massiven Steuergeldern in wenigen Jahren in schick renovierte Fassaden verwandelt. Nirgendwo verlief der Aufbau Ost schneller und drastischer. Innerhalb weniger Jahre wurde die Bevölkerung fast komplett ausgetauscht. Junge Studenten aus dem Westen verdrängten die alten Bewohner, seitdem ist es schick hier zu wohnen. Doch das hat seinen Preis: mit der Sanierung stiegen die Mieten, es folgten teure Läden und zahllose Straßencafés für die neue Schickeria.

[Quelle: RB]

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scheibfaul…

Lucinda Williams, Lambchop, Calexico: Drei gewinnt

Kein Vorprogramm auf der Zitadelle, keine Flop-Acts, nur Top-Acts, drei exzellente Bands: Lucinda Williams, Lambchop, Calexico. Alle spielen eine runde Stunde.
Von H.P. Daniels
Der Tagespiegel, 2009-07-09

Unsicherheiten nur beim unsteten Wetter. Dräuende Wolken. Und dann müssen Lucinda Williams und ihre Band Buick 6 in ein Meer von Schirmen blicken. Auf der Bühne sehen sie aus wie beim Soundcheck: salopp und ungeschminkt im harschen Tageslicht — Lucindas Haare weniger blond als sonst, schwarze Jacke mit eingestickter blumiger Friedensrune auf dem Rücken, Gibson-Akustikgitarre vorne. “Happy Woman Blues” singt sie zu federndem Rockabilly-Beat, den Titelsong vom zweiten Album aus dem Jahr 1980. Das ist lange her, doch seit einiger Zeit ist sie tatsächlich wieder “a happy woman” — neuer Lebensgefährte, alles gut. “Little Honey” heißt die jüngste Platte.

Daher auch weniger bittersüße Country-Musik jetzt, mehr lebensbejahender Rock ‘n’ Roll. Verstärkt wird die knalligere neue Spielart vom neuen Gitarristen Eric Schermerhorn, der einst Iggy Pop und David Bowie zur Seite stand. Heute — im wilden Wechselspiel mit Chet Lyster, mit aufeinanderprallenden, sowie hin- und herspringenden Riffs und Bottleneck-Slides — verpasst er dem Programm einen kräftigen Keith/Ronnie-Stein-Schlag.

Unfair gegen den Neuen wäre es, laut auszusprechen, dass man zwischendrin doch manchmal den jahrelangen Mitstreiter Doug Pettibone vermisst, vor allem seine Country-Einfärbungen mit der Pedal-Steel.
Die Band rockt, Lucinda wippt und lacht.

Nach fünf Songs sind sie richtig in ihrem Element. Eingespielt, voll drauf. “Tears Of Joy” sind die schiere Freude, und Lucindas Stimme knirscht schotterig schön. “Out Of Touch” rollt stampfend wie ein Schaufeldampfer auf dem Mississippi.

“What is this?” fragt die kleine, taffe Lady aus Louisiana vergnügt: jetzt, wo sie die elektrische Gitarre rausgeholt habe, kommt auch die Sonne raus, die Schirme wieder rein. Mattgoldene Sonne, silbrig glänzende James-Trussart-Steelcaster-Gitarre. Mit drei elektrischen Gitarren wird der Biss noch einen Zahn kräftiger, passend zum Song: “Real Live, Bleeding Fingers And Broken Guitar Strings”. Und um das gute Dutzend vollzumachen zum Schluss AC/DCs “It’s a long way to the top if you wanna rock ‘n’ roll”. Dort ist Lucinda Williams längst angekommen. Ganz oben.
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More clips from Munich on YouTube.

2009-07-02, Olympiastadion, München

Bruce Springsteen & The E Street Band live in Munich! A stadium show on a hot summer night; though I was sceptical, Olympiastadium is very nice — and even nicer from the pit in front of the stage.

And what a night: My eight show was one of the best with the E Street Band! This ‘wow, awesome’ feeling was there immediately, I was crying already at the third song, and singing all night long. The band was great: Max was here!, though Clarence could hardly move, he got his (few) solos right, and Nils is awesome but underemployed.

The difference to the last tour was a very loose Bruce, having fun and celebrating a big party (not only Roy’s birthday). Inflatable cake , paper plane, and squeaking toy dragon included. Plus, the neck breaking speed of the Magic Tour was gone, with a great setlist (though, next night’s Frankfurt set was stellar).

Highlights were a fun Spirit in the Night, Seeds (great guitar) and Atlantic City, Seven Night To Rock, and a beautiful The River (steaming hot in Glastonbury). After a sign request brought an impromtu This Hard Land (pulled from a numbered envelope), the most memorable moment was the request for Orbison’s Pretty Woman for Roy’s birthday. That sign just had to get his attention! Big thanks to the two Belgian guys for that work.

Hard Times was a final highlight (and Cindy very hot), but still not the end of a 2:50 hrs show…

Setlist:

Muss I denn zum Städtele hinaus aka Wooden Heart [Nils solo]
Badlands
My Lucky Day
No Surrender
Outlaw Pete
Spirit in the Night
Working on a Dream
Seeds
Johnny 99
Atlantic City
Seven Nights to Rock
This Hard Land
Pretty Woman
Because the Night
Waitin’ on a Sunny Day
The Promised Land
The River
Kingdom of Days
Lonesome Day
The Rising
Born to Run
Tenth Avenue Freeze-out
* * *
Hard Times
Bobby Jean
American Land
Detroit Medley
Glory Days
Dancing in the Dark

… de vacaciones!

música: Pablo Guerrero “Extremadura”
fotos: frankenschulz

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Das Volk diskutiert darüber, ob seine Kanzlerin Angela Merkel eher Protestantin oder Physikerin oder Frau oder Ostdeutsche ist. Dabei lebt die einstige Quereinsteigerin seit Jahren wie in einem Schloss, aus dem sie auf ihr Land und die Welt schaut.

Von Alexander Osang

[DER SPIEGEL, 20/2009 vom 11.05.2009, Seite 38]

An einem Freitagnachmittag, Ende April, hat Angela Merkel ein weiteres Stück Boden unter den Füßen verloren. Rüdiger Schuck und seine Jungs haben es verschwinden lassen.

Schuck ist Polier einer Templiner Straßenbaufirma. Er und seine drei Kollegen bekamen den Auftrag, zwischen zwei Wochenenden einen 120 Meter langen Streifen uraltes uckermärkisches Pflaster mit einer Asphaltschicht zu überziehen. Er gehört zu der schmalen Straße, die zwischen Feldern, Seen und Wäldern zum Dorf Hohenwalde führt, wo das Wochenendhaus der Bundeskanzlerin steht. Der Weg erklimmt hier einen kleinen Hügel, den letzten vor dem Dorf, dort, wo der Besucher aus der Stadt bereits anfängt, sich zu erholen, wie man so sagt, und war an den Rändern ziemlich ausgefahren.

“Die schönen ollen Katzenköppe sind natürlich weg jetze”, sagt Rüdiger Schuck, zündet sich eine Zigarette an und schaut auf das schwarzglänzende Asphaltband, das wie ein Flicken auf dem alten Feldweg klebt. Er kann sich nicht vorstellen, dass es der Bundeskanzlerin so gefällt, aber Auftrag ist Auftrag. Freitagmittag müssen sie fertig sein. Ab da öffnet sich das Zeitfenster für das Eintreffen der Kanzlerin, hat ihm einer der Polizisten ausgerichtet, die in dem weißen Würfel Wache halten, der gegenüber dem Kanzlerinnenwochenendhaus steht.
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