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		<title>RIP Big Man</title>
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		<pubDate>Sat, 02 Jul 2011 12:26:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>frankenschulz</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Clarence Clemons]]></category>
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		<description><![CDATA[Clarence Clemons (1942&#8211;2011) Have a save journey, meet you further on up the road&#8230; Clarence doesn&#8217;t leave the E Street Band when he dies. He leaves when we die. &#8211; Bruce Springsteen]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Clarence Clemons (1942&#8211;2011)</strong></p>
<p>Have a save journey, meet you further on up the road&#8230;</p>
<p><a href="http://frankenschulz.de/blog/2011/07/02/rip-big-man/"><em>Click here to view the embedded video.</em></a></p>
<blockquote><p>Clarence doesn&#8217;t leave the E Street Band when he dies. He leaves when we die.<br />
&#8211; Bruce Springsteen</p></blockquote>
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		<title>The Art of Fishing / L&#8217;Arte Della Pesca: Cinque Terre</title>
		<link>http://frankenschulz.de/blog/2011/07/02/the-art-of-fishing-larte-della-pesca-cinque-terre/</link>
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		<pubDate>Sat, 02 Jul 2011 11:58:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>frankenschulz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Books]]></category>
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		<category><![CDATA[Italy]]></category>
		<category><![CDATA[photography]]></category>

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		<description><![CDATA[A friend has just published a new book of her photography, now available for ordering at http://www.uta-theile.com/ Uta Theile The Art of Fishing / L&#8217;Arte Della Pesca A Journey Inside Cinque Terre Fishing A photo book, reportage style, with texts and stories about the ancient work, which struggles for its survival in a territory more [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>A friend has just published a new book of her photography, now available for ordering at <a title="home page" href="http://www.uta-theile.com/">http://www.uta-theile.com/</a></em></p>
<p><a href="http://www.uta-theile.com/en/services.html"><img class="image" src="http://frankenschulz.de/blog/images/art-of-fishing.png" alt="book cover" width="240" height="240" /></a>Uta Theile</p>
<p><strong>The Art of Fishing / </strong><strong>L&#8217;Arte Della Pesca</strong></p>
<p><em>A Journey Inside Cinque Terre Fishing</em><br />
A photo book, reportage style, with texts and stories about the ancient work, which struggles for its survival in a territory more and more exploited by tourism.</p>
<p><em>Un viaggio nella pesca delle Cinque Terre</em><br />
Un libro fotografico, stile reportage, con testi e racconti del antico mestiere, che lotta per la sua sopravvivenza in un territorio sempre più sfruttato turisticamente.</p>
<blockquote><p>The fisherman&#8217;s life is difficult and full of sacrifice, a existence dedicated to fishing in which work lasts both day and night and a private life only barely exists. With my photographs, I want to tell the story not solely of the hardships that this work implies, but also of the fascination it holds: the faces of fishermen as they tell their stories of a life at sea, the beauty and tranquility of dawn as the nets are lowered or raised, the joy of a good catch that repays their exhaustion &#8230; the passion and the art of fishing.</p></blockquote>
]]></content:encoded>
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		<title>Der letzte Wille</title>
		<link>http://frankenschulz.de/blog/2010/11/11/der-letzte-wille/</link>
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		<pubDate>Thu, 11 Nov 2010 15:14:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>frankenschulz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politics]]></category>
		<category><![CDATA[Ostdeutschland]]></category>

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		<description><![CDATA[Nachtrag zum &#8216;Jubel&#8217;äum 20 Jahre deutsche Wiedervereinigung&#8230; [DER SPIEGEL 41/2010] Der letzte Wille Von Wiebke Hollersen Einen Tag vor dem Ende der DDR schreiben Schüler einer Ost-Berliner Oberschule Briefe an sich selbst. Es geht darin um ihre Erwartungen an das neue Leben. 20 Jahre später öffnen sie die Briefe bei einem Klassentreffen. Der Umschlag ist [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nachtrag zum &#8216;Jubel&#8217;äum 20 Jahre deutsche Wiedervereinigung&#8230;</p>
<p><a title="Volltext auf SPIEGEL ONLINE" href="http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-74184478.html">[DER SPIEGEL 41/2010]</a></p>
<p><strong>Der letzte Wille</strong><br />
Von Wiebke Hollersen</p>
<p><em>Einen Tag vor dem Ende der DDR schreiben Schüler einer Ost-Berliner Oberschule Briefe an sich selbst. Es geht darin um ihre Erwartungen an das neue Leben. 20 Jahre später öffnen sie die Briefe bei einem Klassentreffen.</em></p>
<p><img class="image" src="http://wissen.spiegel.de/wissen/image/show.html?did=74184478&amp;aref=image044/2010/10/09/CO-SP-2010-041-0066-02-GR.JPG&amp;thumb=false" alt="" width="230" />Der Umschlag ist aus braunem Papier, das weich geworden ist mit der Zeit. Vielleicht war es auch immer schon weich, nie so fest, wie das Papier von Briefumschlägen im Westen. Er ist nicht zugeklebt, nur zugesteckt, eine Schatzkiste ohne Schloss, er liegt auf dem Tisch, um den wir sitzen, vor einem Café in Berlin, Prenzlauer Berg.</p>
<p>Wir sind hier, um diesen Umschlag zu öffnen, gemeinsam, so wie wir es vor 20 Jahren verabredet haben.</p>
<p>In dem Umschlag stecken Briefe aus einem Land, das es nicht mehr gibt. Wir haben sie selbst geschrieben, am letzten Tag dieses Landes, &#8220;2./3. Oktober 1990&#8243; steht auf dem braunem Papier, das Datum der Nacht, in der die DDR verschwand. Was in den Briefen steht, haben wir vergessen.</p>
<p>Frau Lindemann, unsere Deutschlehrerin, hat den Umschlag vor 20 Jahren verschlossen, nun öffnet sie ihn, zieht die Briefe heraus, kariertes Papier, liniertes Papier, sie liegen auf dem Tisch wie eine vergessene Klassenarbeit.</p>
<p>Am 2. Oktober 1990, in unserer letzten Schulstunde in der DDR, hatte Frau Lindemann uns gefragt: Wie wäre es, wenn ihr eure Gedanken aufschreibt?</p>
<p>Christiane Lindemann hatte vom Direktor einen Auftrag für diese Stunde bekommen, so wie alle Lehrer der Schule, der Auftrag lautete: &#8220;Würdigen Sie mit den Schülern den Beitritt.&#8221;</p>
<p>Es war laut, als sie in unser Klassenzimmer kam, so wie immer, aber etwas war anders als sonst. Wir saßen in schwarzer Kleidung in den Bänken, fast alle 19 Schüler, die an diesem Tag gekommen waren. Einen Tag zuvor hatten wir das abgesprochen. Die DDR würde verschwinden, wir konnten nichts mehr dagegen tun, nur noch zeigen, dass wir traurig waren.</p>
<p>Seit einem Monat gingen wir in die zehnte Klasse der 2. Oberschule Prenzlauer Berg, wir waren 15, einige auch schon 16, und das aufregendste Jahr unseres Lebens lag hinter uns. Ein Jahr, in dem die alten Regeln nicht mehr galten und die neuen lange nicht feststanden.</p>
<p>Wie geht es euch, was denkt ihr über die Einheit, über das neue Land, Deutschland? Schreibt das auf, sagte Frau Lindemann. Sie versprach, dass sie die Texte nicht lesen, sondern aufbewahren würde. Fünf Jahre, dann könnten wir sie gemeinsam lesen, bei einem Klassentreffen. Es gibt eine Bedingung, sagte sie: Wer schreibt, soll ehrlich schreiben.</p>
<p><span id="more-561"></span>Es wurde still im Klassenzimmer, wir schauten einander nicht an, aber wir fingen an zu schreiben, einer nach dem anderen, rissen die Blätter aus unseren Blöcken, gingen zum Lehrertisch und steckten sie in den Umschlag, der dort lag.</p>
<p>Frau Lindemann klebte ihn nicht zu, wir wollten das nicht, wir wussten, sie würde ihr Wort halten. Sie nahm den Umschlag mit nach Hause und packte ihn in eine Tasche, die Tasche stellte sie in einen Schrank.</p>
<p>Dort lag der Umschlag, umschloss die Briefe mit unseren letzten, echten DDR-Gefühlen. Wie eine dieser Zeitkapseln, in die man eine Tageszeitung, Münzen und Fotos legt. Die man in Beton gießt, unter der Erde, über die man ein Haus baut, unten liegt die Vergangenheit, oben läuft das Leben weiter.</p>
<p>Wir müssen ausgesehen haben wie auf dem Weg zu einer Beerdigung, in unseren schwarzen Hosen und Pullovern, als wir die Schule nach der Stunde verließen. Es ist schwer, sich das vorzustellen, an einem sonnigen Tag, 20 Jahre danach. Es gibt kein Bild von dieser Stunde, auch in unseren Köpfen nicht mehr, nur noch Erinnerungsfetzen.</p>
<p>Wir sind 35 oder 36 Jahre alt, auf dem Tisch liegen die Fotos von den Kindern, die wir mal waren, und von denen, die wir bekommen haben. Wie das so ist bei Klassentreffen. Nur dass unsere Fotos in zwei verschiedenen Zeiten aufgenommen wurden, vor der Wende, nach der Wende, den Zeiten, in die das Leben im Osten zerfällt.</p>
<p>Mir fällt es immer schwerer, die beiden Zeiten zusammenzubringen. Mitten im Jubiläumsjahr, zwischen all den Zeitungsartikeln, Büchern, Sonderausstellungen, versickert meine Erinnerung an die DDR. Das Gedenkbild passt nicht zu den Bildern, die ich selbst noch habe.</p>
<p>Ich schaue die neue ARD-Familienserie &#8220;Weißensee&#8221;, in der sich der Sohn eines Stasi-Generals in die Tochter einer Dissidentin verliebt. Die Serie spielt in Ost-Berlin in den achtziger Jahren, in der Stadt, in der ich aufgewachsen bin, aber ich erkenne sie nicht. Die Fernsehbilder erscheinen mir zu bunt. In meiner Erinnerung ist Ost-Berlin inzwischen grau. Grau und trist war die DDR, ich habe das so oft gehört, bis die Farbe aus meiner Erinnerung gelaufen ist. Ich kannte auch keine Stasi-Generäle und keine echten Dissidenten. Die einzigen Figuren, die wohl am Ende übrig bleiben werden, nach noch einmal 20 Jahren Gedenken.</p>
<p>Jemand hat eine Mappe aus rotem Kunstleder zu unserem Treffen mitgebracht, auf der &#8220;Brigadetagebuch&#8221; steht, in die schrieben wir Berichte von Pioniernachmittagen und Klassenfahrten. Unser Klassenbuch, es könnte in einem DDR-Museum liegen, als Ausstellungsstück zum Thema Kindheit in der Diktatur. Nachdem ich es gelesen habe, kann ich sagen, dass wir häufig Würstchen aßen und uns bei Ausflügen verliefen. Im Februar feierten wir Fasching, am 1. Mai gingen wir zur Kampfdemonstration.</p>
<p>Als wir uns nach 20 Jahren zum ersten Mal wieder treffen, tragen die Frauen Sommerkleider, die Männer helle Hemden. Die meisten aus der alten Klasse wohnen noch in Berlin, viele noch in Prenzlauer Berg.</p>
<p>Katharina sitzt neben Frau Lindemann, sie nimmt die Briefe, verteilt sie am Tisch. Katharina ist Schauspielerin geworden, sie fragt: &#8220;Liest jeder seinen laut vor?&#8221; Wir schütteln die Köpfe. Julia, die ihr gegenübersitzt, schlägt vor, die Briefe später um den Tisch gehen zu lassen. Julia war die Einzige aus unserer Klasse, die nie bei den Pionieren und in der FDJ war, ihre älteste Tochter ist 15, so alt, wie wir damals waren. Stefan, am anderen Ende vom Tisch, nickt, er ist einer der wenigen, die nicht Schwarz trugen am letzten Tag der DDR, er ist aus Leipzig zum Klassentreffen gekommen.</p>
<p>Die Jugendlichen, die wir mal waren, sind uns fremd geworden, vielleicht sind sie uns inzwischen auch peinlich. Wir nähern uns ihnen vorsichtig.</p>
<p>&#8220;Ich bin heute in schwarzer Kleidung angekommen, weil ich dadurch meine Einstellung bzw. Gefühle äußern möchte. Ich habe ungefähr 15 1/2 Jahre in der DDR gelebt, und obwohl wir keinen richtigen Sozialismus hatten, fühlte ich mich in diesem Staat sicher&#8221;, schrieb Doreen.</p>
<p>&#8220;Ich fühle mich nicht gut, Traurigkeit, Ängstlichkeit überwiegen. Ich habe mir den Abgang oder das Ende der DDR etwas anders vorgestellt, als diesen Beitritt. Vielleicht eine andere DDR?&#8221;, stand im Brief von Tamara.</p>
<p>&#8220;Mal ist mir zum weinen zu Mute, mal nehme ich alles sehr leicht. Aber in jedem Fall bedrückt mich die momentane Situation doch sehr, weil es mir einfach widerstrebt, mich einzugliedern und anzupassen, ohne auch nur das geringste einbringen zu können&#8221;, schrieb Katja.</p>
<p>Die Schule, auf die wir gingen, lag in einem Neubaugebiet hinter der Greifswalder Straße, das gerade noch zu Prenzlauer Berg gehörte. Sie hieß nach Anton Saefkow, einem Kommunisten, den die Nazis ermordet hatten, wir lernten an ihr seit der dritten Klasse Russisch und waren den Kindern von anderen Schulen damit um zwei Jahre voraus. Auch in der DDR, dem Land der Einheitsschule, waren Eltern froh, wenn ihre Kinder an Schulen kamen, die weniger einheitlich waren.</p>
<p>[...]</p>
<p><a title="Volltext auf SPIEGEL ONLINE" href="http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-74184478.html">[weiter auf SPIEGEL ONLINE]</a></p>
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		<title>Die Alleskönner</title>
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		<pubDate>Tue, 26 Oct 2010 14:01:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>frankenschulz</dc:creator>
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		<description><![CDATA[[Süddeutsche Zeitung vom 23.10.2010, V2/9] Die Alleskönner von Marlene Weiss Physiker gelten als Vorzeige-Generalisten. Nur ein Viertel von ihnen arbeitet im angestammten Beruf &#8211; doch auch die anderen haben Erfolg Oliver Plohl mag seine Arbeit &#8211; sehr sogar. Bei einem Münchner Unternehmen entwickelt er Modelle, die Banken verwenden, um Kreditausfallrisiken einzuschätzen. &#8220;Damit habe ich es [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>[Süddeutsche Zeitung vom 23.10.2010, V2/9]</p>
<p><strong>Die Alleskönner</strong><br />
von Marlene Weiss</p>
<p><em>Physiker gelten als Vorzeige-Generalisten. Nur ein Viertel von ihnen arbeitet im angestammten Beruf &#8211; doch auch die anderen haben Erfolg</em></p>
<p>Oliver Plohl mag seine Arbeit &#8211; sehr sogar. Bei einem Münchner Unternehmen entwickelt er Modelle, die Banken verwenden, um Kreditausfallrisiken einzuschätzen. &#8220;Damit habe ich es perfekt getroffen&#8221;, sagt der 34-Jährige. &#8220;Das ist quasi VWL-Grundlagenforschung, das macht mir Spaß.&#8221; Enzyklopädisches Wirtschaftswissen braucht er nicht für seine Tätigkeit, aber Sinn für Zahlen, solide Programmierkenntnisse und die Fähigkeit, sich schnell in neue Gebiete einzuarbeiten. Daher findet er, dass sein Job gut zu seiner Ausbildung passt: Als Physiker hat er das schließlich gelernt. Auch wenn es nicht jeder so glücklich trifft: Solche Karrieren sind unter Physik- Absolventen nicht die Ausnahme, sondern der Normalfall. Laut einer aktuellen Studie der Deutschen Physikalischen Gesellschaft (DPG) arbeiten 75 Prozent aller Physiker nicht in ihrem Fach &#8211; und sind oft dennoch durchaus erfolgreich. &#8220;Physiker landen überall; oft in Versicherungen, in der Finanzbranche oder in Ingenieurbüros&#8221;, sagt Lutz Schröter von der DPG.</p>
<p>Auch Schröter selbst ist es so ergangen: Der promovierte Physiker arbeitet hauptberuflich bei Volkswagen im Controlling. Unter seinen Kollegen sind viele Physiker, sie arbeiten Seite an Seite mit den Ingenieuren. Ein Physiker sei dabei eher für die Grundlagen zuständig, während ein Ingenieur oft Pragmatiker sei: &#8220;Beide zusammen machen ein gutes Team aus&#8221;, sagt Schröter.</p>
<p><img class="image" title="Berufe" src="http://frankenschulz.de/blog/images/die-alleskoenner.jpg" alt="" width="230" height="319" />Auch wegen ihrer vielseitigen Einsetzbarkeit sind die Chancen für Physiker auf dem Arbeitsmarkt nach wie vor gut. Die DPG geht davon aus, dass jährlich branchenübergreifend etwa 4900 Stellen frei werden, für die auch Physiker infrage kommen. Und der spezifische Bedarf an Physikern soll noch steigen, bis 2028 voraussichtlich von derzeit 2500 auf 3600 im Jahr. Auch die Gehaltsaussichten sind erfreulich. Zehn Jahre nach dem Examen verdienten Absolventen des Jahrgangs 1997 durchschnittlich 71 600 Euro im Jahr, 7300 Euro mehr als der akademische Durchschnitt.</p>
<p>Schon als Oliver Plohl sein Physikstudium begann, sah er sich nicht zwangsläufig bis zur Rente im Labor stehen. &#8220;Ich bin davon ausgegangen, dass ich damit auch einen anderen Job ausüben kann&#8221;, sagt er. Und spätestens gegen Ende des Studiums war er sicher, dass er lieber in der Wirtschaft als in der reinen Forschung arbeiten wollte.<span id="more-552"></span></p>
<p>Trotzdem machte er nach dem Diplom noch eine Doktorarbeit, auch, um noch einige Jahre von der Unabhängigkeit in der akademischen Welt zu profitieren. Damit ist es jetzt vorbei; er hat weniger Freiheit und nicht mehr unbegrenzt Zeit, um an der perfekten Lösung für eine Fragestellung zu feilen. Aber Plohl gefällt das &#8211; schließlich kommen so auch schneller Ergebnisse heraus.</p>
<p>Es gibt jedoch auch Physiker, die an dieser Umstellung scheitern. &#8220;Wir haben schon erlebt, dass Wissenschaftler diesen Kulturschock nicht verkraften, das ist eine Typfrage&#8221;, sagt Egbert Schark, Geschäftsführer und Mitgründer bei der Unternehmensberatung D-Fine in Frankfurt. Die naturwissenschaftliche Prägung ist ein Markenzeichen des Unternehmens: 80 Prozent der etwa 300 Berater bei D-Fine sind Physiker oder Mathematiker &#8211; auch Schark selbst hat am Genfer Forschungszentrum Cern und in Mainz in Atomphysik promoviert.</p>
<p>An Physikern schätzt Schark, dass sie technisches Verständnis und analytisches Denken mitbringen, das nötige Fachwissen eigneten sie sich meist schnell an. So kann D-Fine seinen Kunden eine Komplettbetreuung anbieten, von der strategischen Beratung bis hin zur fertigen IT-Umsetzung des Risikomanagements &#8211; die naturwissenschaftlich geschulten Mitarbeiter sind Alleskönner.</p>
<p>Voraussetzung seien jedoch gute kommunikative Fähigkeiten und die richtige Einstellung, sagt Schark: &#8220;Der Kunde hat für sein gutes Geld Anspruch auf eine gute Dienstleistung.&#8221; Und das bedeute eben auch, im festgelegten Zeitrahmen fertig zu werden und die Vorgaben des Kunden zu akzeptieren. Nicht allen Physik-Absolventen, die direkt von der Universität kommen, fällt das leicht.</p>
<p>Und die anderen? Knapp sieben Prozent der Physiker in Deutschland, auch das hat die Studie der DPG ergeben, arbeiten als Dozenten und Professoren an Hochschulen; weitere zehn Prozent sind als wissenschaftliche Mitarbeiter, Doktoranden oder in verwandten wissenschaftlichen Berufen tätig. Sie schätzen meist die relative Freiheit und die intellektuelle Herausforderung, die ihnen die Forschung bietet. Aber wer sich für eine Karriere in der Forschung entscheidet, sollte wissen, worauf er sich einlässt: &#8220;Dass es so hart sein würde, hätte ich nicht gedacht&#8221;, sagt der Physiker Martin Krüger, der seinen richtigen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte.</p>
<p>Nach der Promotion war er jeweils für einige Jahre auf Postdoc-Stellen im Ausland, jetzt hat er eine Assistenzprofessur &#8211; befristet. Was danach kommen soll? Krüger weiß es nicht. &#8220;Einen permanenten Job zu bekommen, ist das Schwerste, im Nachhinein war alles andere kein Problem&#8221;, sagt er. Aber feste Stellen sind rar, zumal in den vergangenen Jahren vor allem befristete Positionen ähnlich seiner jetzigen geschaffen wurden: Mit Fördermitteln des Bundes entstanden etwa allein zwischen 2002 und 2004 circa 800 Juniorprofessuren, mit denen jungen Wissenschaftlern der Einstieg in die Forschungskarriere erleichtert werden sollte, etwa die Hälfte davon im naturwissenschaftlichen Bereich. Hinzu kommen Stipendien für Nachwuchsforscher wie das Emmy-Noether-Programm.</p>
<p>Doch reguläre Professuren sind nach wie vor knapp. Laut dem Bundesbericht zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses werden auch in Mathematik und Naturwissenschaften jährlich imMittel etwa doppelt so viele Forscher habilitiert wie neu auf Professuren berufen werden, &#8220;wobei der Ausstieg aus der angestrebten wissenschaftlichen Karriere für diejenigen, die nicht berufen werden, mit erheblichen Problemen verbunden ist&#8221;, wie es in dem Bericht heißt. Trotzdem will Martin Krüger nicht jammern, denn er liebt sein Fach und die wissenschaftliche Arbeit. &#8220;Für mich war immer klar, dass ich Forschung in der Physik machen möchte, das hat mich einfach am meisten interessiert.&#8221; Darum hat er die Entscheidung für das Physikstudium trotz allem nie bereut. Und damit steht er nicht allein: Der Anteil der Physik-Absolventen, die sich auch einige Jahre nach dem Abschluss wieder für ihr Fach entscheiden würden, liegt gemäß der DPG-Studie bei 87 Prozent &#8211; mehr als bei allen anderen Fachrichtungen.</p>
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		<title>Standardsituationen der Technologiekritik</title>
		<link>http://frankenschulz.de/blog/2010/01/05/standardsituationen-der-technologiekritik/</link>
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		<pubDate>Tue, 05 Jan 2010 22:24:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>frankenschulz</dc:creator>
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		<description><![CDATA[[MERKUR 727/2009] Internetkolumne: Standardsituationen der Technologiekritik Von Kathrin Passig Der Anthropologe Brent Berlin und der Linguist Paul Kay beschrieben 1969 in einer Studie über die Farbbezeichnungen unterschiedlicher Kulturen die immer gleiche Abfolge der beobachteten Entwicklungsstufen. Kulturen mit nur zwei Farbbegriffen unterscheiden zwischen »hellen« und »dunklen« Tönen. Kennt eine Kultur drei Farben, ist die dritte Farbe [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a title="Volltext im MERKUR" href="http://www.online-merkur.de/seiten/lp200912adz.htm">[MERKUR 727/2009]</a></p>
<p><strong>Internetkolumne: Standardsituationen der Technologiekritik</strong><br />
Von Kathrin Passig</p>
<p>Der Anthropologe Brent Berlin und der Linguist Paul Kay beschrieben 1969 in einer Studie über die Farbbezeichnungen unterschiedlicher Kulturen die immer gleiche Abfolge der beobachteten Entwicklungsstufen. Kulturen mit nur zwei Farbbegriffen unterscheiden zwischen »hellen« und »dunklen« Tönen. Kennt eine Kultur drei Farben, ist die dritte Farbe Rot. Wenn sich die Sprache weiter ausdifferenziert, kommt zuerst Grün und/oder Gelb und danach Blau hinzu. Alle Sprachen mit sechs Farbbezeichnungen unterscheiden Schwarz, Weiß, Rot, Grün, Blau und Gelb. Die nächste Stufe ist Braun, dann erscheinen in beliebiger Reihenfolge Orange, Rosa, Violett und/oder Grau, ganz zum Schluss taucht Hellblau auf.</p>
<p>Die Reaktion auf technische Neuerungen folgt in Medien und Privatleben ähnlich vorgezeichneten Bahnen. Das erste, noch ganz reflexhafte Zusammenzucken ist das »What the hell is it good for?« (Argument eins), mit dem der IBM-Ingenieur Robert Lloyd 1968 den Mikroprozessor willkommen hieß. Schon Praktiken und Techniken, die nur eine Variante des Bekannten darstellen – wie die elektrische Schreibmaschine als Nachfolgerin der mechanischen –, stoßen in der Kulturkritikbranche auf Widerwillen. Noch schwerer haben es Neuerungen, die wie das Telefon oder das Internet ein weitgehend neues Feld eröffnen. Wenn es zum Zeitpunkt der Entstehung des Lebens schon Kulturkritiker gegeben hätte, hätten sie missmutig in ihre Magazine geschrieben: »Leben – what is it good for? Es ging doch bisher auch so.«</p>
<p><span id="more-538"></span>Weil das Neue eingespielte Prozesse durcheinanderbringt, wird es oft nicht nur als nutzlos, sondern als geradezu lästig empfunden. Der Student Friedrich August Köhler schrieb 1790 nach einer Fußreise von Tübingen nach Ulm: »Zwar wurden vermöge eines landesherrlichen Edicts überal (Wegezeiger) errichtet, aber ihre Existenz war kurz, weil sie der ausgelassene Pöbel an den meisten Orten zerstörte, welches besonders in den Gegenden der Fall ist, wo die Landleute zerstreut auf Höfen wohnen und wenn sie in Geschäften nach der nächsten Stadt oder dem nächsten Dorf kommen, meistens betrunken nach Hause kehren und weil ihnen der Weg bekanndt ist, Wegezeiger für eine unnöthige Sache halten.«</p>
<p>Ähnlich unbegeistert scheinen die Pariser die 1667 unter Louis XIV. eingeführte Straßenbeleuchtung begrüßt zu haben. Dietmar Kammerer vermutet in der Süddeutschen Zeitung, es habe sich bei der häufigen Zerstörung dieser Laternen um einen Protest der Bürger gegen den Verlust ihrer Privatsphäre gehandelt, weil ihnen klar war, »das ist eine Maßnahme des Königs, um die Straßen unter seine Kontrolle zu bringen«. Eine einfachere Erklärung wäre, dass der Bürger auf unbeaufsichtigt in der Gegend herumstehende Neuerungen generell aggressiv reagiert. Zuletzt war es die Deutsche Bahn, die erklärte, der anfängliche Vandalismus an ihren auffälligen Leihfahrrädern habe mittlerweile nachgelassen, die Einwohner hätten sich »an den Anblick der Räder gewöhnt«.</p>
<p>Wenn sich herausstellt, dass das neue Ding nicht so überflüssig ist wie zunächst angenommen, folgt das kurze Interregnum von Argument zwei: »Wer will denn so was?« »That’s an amazing invention«, lobte US-Präsident Rutherford B. Hayes 1876 das Telefon, »but who would ever want to use one of them?« Und von Filmstudiochef Harry M. Warner ist die um 1927 gestellte Frage überliefert: »Who the hell wants to hear actors talk?«</p>
<p>Im Angesicht der Faktenlage – irgendwer will das Telefon dann ja doch benutzen – einigt man sich schließlich auf Argument drei: »Die Einzigen, die das Neue wollen, sind zweifelhafte oder privilegierte Minderheiten.« In den neunziger Jahren hieß es vom Internet, es werde ausschließlich von weißen, überdurchschnittlich gebildeten Männern zwischen 18 und 45 genutzt. Mehr noch, es habe auch keine Chance, breitere Bevölkerungsschichten zu erreichen, denn »Frauen interessieren sich weniger für Computer und scheuen die unpersönliche Öde des Netzes. Im realen, nichtvirtuellen Leben sind Frauen aber die wichtigeren Käufer als Männer. Dem Internet fehlt daher eine maßgebende Käuferschicht.« So schrieb Hanno Kühnert 1997 im Merkur unter dem aufrüttelnden Titel Wenn das Internet sich nicht ändert, wird es zerfallen.</p>
<p>[...]</p>
<p><a title="Volltext im MERKUR" href="http://www.online-merkur.de/seiten/lp200912adz.htm">[weiter im MERKUR]</a></p>
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		<title>Mein Kopf kommt nicht mehr mit</title>
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		<pubDate>Tue, 05 Jan 2010 22:16:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>frankenschulz</dc:creator>
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		<description><![CDATA[[DER SPIEGEL 47/2009] Intelligenz: Mein Kopf kommt nicht mehr mit Von Frank Schirrmacher Wer frisst wen in der digitalen Gesellschaft? Der darwinistische Wettlauf zwischen Mensch und Computer. Was mich angeht, so muss ich bekennen, dass ich den geistigen Anforderungen unserer Zeit nicht mehr gewachsen bin. Ich dirigiere meinen Datenverkehr wie ein Fluglotse den Luftverkehr: immer [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a title="Volltext auf SPIEGEL ONLINE" href="http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,661307,00.html">[DER SPIEGEL 47/2009]</a></p>
<p><strong>Intelligenz: Mein Kopf kommt nicht mehr mit</strong><br />
Von Frank Schirrmacher</p>
<p><em>Wer frisst wen in der digitalen Gesellschaft? Der darwinistische Wettlauf zwischen Mensch und Computer.</em></p>
<p>Was mich angeht, so muss ich bekennen, dass ich den geistigen Anforderungen unserer Zeit nicht mehr gewachsen bin. Ich dirigiere meinen Datenverkehr wie ein Fluglotse den Luftverkehr: immer bemüht, einen Zusammenstoß zu vermeiden, und immer in Sorge, das Entscheidende übersehen zu haben. Ohne Google wäre ich aufgeschmissen und nicht mehr imstande, einen Handwerker zu bestellen oder zu recherchieren.</p>
<p>Dabei fühlte ich mich niemals von Computern überfordert. Ich simse am Stück und weiß, wo ich im Internet Antworten auf meine Fragen finde.</p>
<p>Ich will sagen: Weder bin ich der Amish des Internet-Zeitalters noch ein technologischer Einsiedler. Aber etwas stimmt nicht mehr. Mein Kopf kommt nicht mehr mit. Zwar bilde ich mir ein, dass ich meinen Gesprächspartnern ebenbürtig bin, und ich habe nicht den Eindruck, dass ich heute weniger von der Welt verstehe als früher.</p>
<p>Aber das Problem ist meine Mensch-Computer-Schnittstelle. &#8220;Das Hirn ist nichts anderes als eine Fleisch-Maschine&#8221;, hat leicht verächtlich Marvin Minsky, einer der ersten Forscher auf dem Gebiet der künstlichen Intelligenz, schon vor Jahrzehnten gesagt. Und meine &#8220;Fleisch-Maschine&#8221; ist offenbar nicht mehr besonders gut.</p>
<p>Damit ein leistungsschwaches Handy eine mit technischen Spielereien vollgepackte Website trotzdem darstellen kann, haben die Programmierer eine Methode erfunden, die sich &#8220;graceful degradation&#8221; nennt, auf Deutsch: &#8220;würdevolle Herabstufung&#8221;. Die Website gibt sich gewissermaßen bescheiden, um das Handy nicht in seinem Stolz zu verletzen.</p>
<p>Das Verhältnis meines Gehirns zur Informationsflut ist das der permanenten würdelosen Herabstufung. Ich spüre, dass mein biologisches Endgerät im Kopf nur über eingeschränkte Funktionen verfügt und in seiner Konfusion beginnt, eine Menge falscher Dinge zu lernen.</p>
<p><span id="more-533"></span>Aber ich habe auch meinen Stolz. Ich schließe von meinem Kopf auf viele Köpfe und darauf, dass es mir wie vielen geht: Ich glaube, es hat, um ein Lieblingswort der Informatiker zu zitieren, eine Rückkoppelung stattgefunden, die jenen Teil der Aufmerksamkeit, den wir früher uns selbst widmeten, abzapft, auffrisst und als leere Hülle zurücklässt. Man nennt das &#8220;feed-back&#8221;, wörtlich: eine Rück-Ernährung. Aber wer ernährt sich von unserer Aufmerksamkeit?</p>
<p>Keine SMS, kein Blog, keine E-Mail wird in den Wind gesendet. Keine Suchanfrage, kein Tweet, kein Click geht verloren. Nichts verschwindet, und alles speist Datenbanken. Wir füttern mit unseren Gedanken, Worten und E-Mails das Wachstum eines gewaltigen synthetischen Hirns.</p>
<p>Mir scheint, dass viele Leute gerade merken, welchen Preis wir zahlen. Buchstäblich. Ich bin unkonzentriert, vergesslich, und mein Hirn gibt jeder Ablenkung nach. Ich lebe ständig mit dem Gefühl, eine Information zu versäumen oder zu vergessen. Und das Schlimmste: Ich weiß noch nicht einmal, ob das, was ich weiß, wichtig ist oder das, was ich vergessen habe, unwichtig.</p>
<p>Kurzum: Ich werde aufgefressen.</p>
<p>[...]</p>
<p><a title="Volltext auf SPIEGEL ONLINE" href="http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,661307,00.html">[weiter auf SPIEGEL ONLINE]</a></p>
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		<title>Mauerfall: Die letzte Elite</title>
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		<pubDate>Mon, 30 Nov 2009 21:12:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>frankenschulz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politics]]></category>
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		<category><![CDATA[Berlin]]></category>
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		<description><![CDATA[Besser als jeder der anderen 1000 Mauerfall-Gedenkartikel der letzten Wochen&#8230; [DER SPIEGEL 43/2009] Die letzte Elite Von Gutsch, Jochen-Martin Im September 1988 begann eine Klasse der Immanuel-Kant-Oberschule mit dem Abitur. Die Schüler sollten den Sozialismus voranbringen. Dann fiel die Mauer, und das Leben musste eine neue Richtung finden. Welche? Wo sind sie 20 Jahre später [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Besser als jeder der anderen 1000 Mauerfall-Gedenkartikel der letzten Wochen&#8230;</em></p>
<p><a title="Volltext auf SPIEGEL ONLINE" href="http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-67398822.html">[DER SPIEGEL 43/2009]</a></p>
<p><strong>Die letzte Elite</strong><br />
Von Gutsch, Jochen-Martin</p>
<p><em>Im September 1988 begann eine Klasse der Immanuel-Kant-Oberschule mit dem Abitur. Die Schüler sollten den Sozialismus voranbringen. Dann fiel die Mauer, und das Leben musste eine neue Richtung finden. Welche? Wo sind sie 20 Jahre später angekommen?</em></p>
<p>Auf dem letzten Foto stehen wir vor der Schule. Es ist der Sommer 1990, und wir haben gerade ein DDR-Abitur gemacht. Es ist kein echtes Abschlussfoto. Wir stehen nicht in Reihen, wir tragen aus Gründen, die ich vergessen habe, weiße Hemden oder Blusen, kaum jemand schaut in die Kamera, es ist ein wackliges, chaotisches Foto, aber vielleicht passt es ganz gut zur Stimmung und den Zeiten, damals. Wir sind 18 Jahre alt. Es ist nicht mehr ganz klar, wohin wir jetzt gehen werden.</p>
<p>Fast alles, was auf diesem letzten Foto noch sichtbar ist, ist heute verschwunden. Zuerst verschwand das Land, die DDR. Dort wurden wir groß, im Ost-Berlin der siebziger und achtziger Jahre, Stadtbezirk Lichtenberg. Im September 1988 begannen wir mit dem Abitur an der Erweiterten Oberschule Immanuel Kant. Es gab einen Fahnenappell, wir trugen FDJ-Hemden und waren die Auserwählten, zugelassen für zwei weitere Schuljahre. Es war nicht leicht, in der DDR ein Abitur zu machen. Der Zugang war beschränkt. Wir hatten gute Noten und waren als politisch überzeugt oder unbedenklich eingestuft worden. Der Direktor hielt eine Rede, er sprach von Ehre und Verpflichtung. Wir sollten das Abitur machen, anschließend studieren und sozialistische Akademikerpersönlichkeiten werden, die nächste DDR-Elite, die den Sozialismus voranbringt. Wir waren die neuen Fahnenträger für die große Sache. Wir waren 20 Schüler in unserer Klasse. Einige wollten Offizier werden, andere Arzt, Lehrer, Ökonom.</p>
<p>Ein gutes Jahr später fiel die Mauer.</p>
<p><span id="more-524"></span>Ein weiteres Jahr später verhandelten Michail Gorbatschow und Helmut Kohl in Strickjacke und Strickpullover die deutsche Einheit. So wurden wir keine sozialistische Elite, sondern der letzte Abiturjahrgang der DDR. Die letzte DDR-Generation, die im Sozialismus die Schule beendete. Die erste, die im Kapitalismus erwachsen wurde. Eine Schulklasse an historischer Schnittstelle. Die Klasse von 1989/90.</p>
<p>Die schmale Straße, die zur Schule führte, beginnt gegenüber dem ehemaligen Gebäude der Staatssicherheit und trägt den Namen des Widerstandskämpfers Schulze-Boysen. Sie führt in ein Plattenbaugebiet, elfgeschossig, viel DDR-Beton, die Fassaden sind heute bunt, aus der alten HO-Kaufhalle wurde ein Kaiser&#8217;s-Supermarkt, an der Seite der Asia-Imbiss, wo sich die Trinker treffen. Ansonsten könnte man hier noch immer einen Film drehen über Ost-Berlin. Man müsste die Autos austauschen, ansonsten nicht viel.</p>
<p>Auch die alte Schule ist verschwunden. Auf dem letzten Foto sieht man sie noch im Hintergrund, vor einigen Jahren wurde sie abgerissen und ein neues Gebäude errichtet, rund und apfelsinenfarben. Ein Kiez-Treff, der Yoga-Kurse anbietet, eine Senioren-Singgruppe und Osteoporose-Gymnastik. Die alte Schule war blassweiß und eckig. Ein DDR-Einheitsschulneubau. Die einzigen Überlebenden auf dem letzten Foto sind anscheinend wir selbst. 19 junge Ost-Berliner, gerade volljährig, vor einer verblassenden Kulisse.</p>
<p>Im Sommer 1990 machte unsere Lichtenberger Klasse noch eine Abschlussfahrt in die CSSR. Wir saßen dort in einer verrumpelten Kneipe, umhüllt von Zigarettenrauch, und sahen im Fernsehen, wie die D-Mark nach Ost-Berlin kam, wie unsere Landsleute die Sparkassen stürmten. Kurze Zeit später verabschiedeten wir uns voneinander und gingen los. Jeder in seine Richtung. Wir hatten den gleichen Startpunkt, wir kannten uns in einer anderen Gesellschaftsordnung.</p>
<p>Manche gingen anschließend nach Westen, weil dort die Zukunft zu liegen schien, manche suchten den Weg im Osten, der ihnen vertrauter war. Vielleicht sind wir ja trotzdem alle irgendwo angekommen in den vergangenen fast 20 Jahren.</p>
<p>Die Frage ist, wo das sein könnte.</p>
<p>[...]</p>
<p><a title="Volltext auf SPIEGEL ONLINE" href="http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-67398822.html">[weiter auf SPIEGEL ONLINE]</a></p>
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		<title>Joan Baez: How Sweet the Sound</title>
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		<pubDate>Sun, 18 Oct 2009 18:09:45 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Watch the FULL EPISODE online at PBS beginning October 15, 2009 through December 10, 2009:]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Watch the <a href="http://www.pbs.org/wnet/americanmasters/episodes/joan-baez/how-sweet-the-sound/1185/">FULL EPISODE</a> online at PBS beginning October 15, 2009 through December 10, 2009:</p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="514" height="307" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="bgcolor" value="#ffffff" /><param name="src" value="http://player.theplatform.com/ps/player/pds/kj-5OcNN0M&amp;pid=J2fmGFAYQhJlFw55EGOngZ564eY6SaCU" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="514" height="307" src="http://player.theplatform.com/ps/player/pds/kj-5OcNN0M&amp;pid=J2fmGFAYQhJlFw55EGOngZ564eY6SaCU" allowfullscreen="true" bgcolor="#ffffff"></embed></object></p>
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		<title>Mercedes Sosa &#8230;que descanse en paz!</title>
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		<pubDate>Tue, 06 Oct 2009 12:06:18 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Mercedes Sosa (1935-2009)]]></description>
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<p><a href="http://frankenschulz.de/blog/2009/10/06/mercedes-sosa-que-descanse-en-paz/"><em>Click here to view the embedded video.</em></a></p>
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		<title>Bruce Springsteen: Wrecking Ball</title>
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		<pubDate>Sun, 04 Oct 2009 16:11:17 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Hard times come, and hard times go&#8230; New song! Giants Stadium, 2009-10-02.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Hard times come, and hard times go&#8230;</em> New song! Giants Stadium, 2009-10-02.</p>
<p><a href="http://frankenschulz.de/blog/2009/10/04/bruce-springsteen-wrecking-ball/"><em>Click here to view the embedded video.</em></a></p>
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