June 2009


… de vacaciones!

música: Pablo Guerrero “Extremadura”
fotos: frankenschulz

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Das Volk diskutiert darüber, ob seine Kanzlerin Angela Merkel eher Protestantin oder Physikerin oder Frau oder Ostdeutsche ist. Dabei lebt die einstige Quereinsteigerin seit Jahren wie in einem Schloss, aus dem sie auf ihr Land und die Welt schaut.

Von Alexander Osang

[DER SPIEGEL, 20/2009 vom 11.05.2009, Seite 38]

An einem Freitagnachmittag, Ende April, hat Angela Merkel ein weiteres Stück Boden unter den Füßen verloren. Rüdiger Schuck und seine Jungs haben es verschwinden lassen.

Schuck ist Polier einer Templiner Straßenbaufirma. Er und seine drei Kollegen bekamen den Auftrag, zwischen zwei Wochenenden einen 120 Meter langen Streifen uraltes uckermärkisches Pflaster mit einer Asphaltschicht zu überziehen. Er gehört zu der schmalen Straße, die zwischen Feldern, Seen und Wäldern zum Dorf Hohenwalde führt, wo das Wochenendhaus der Bundeskanzlerin steht. Der Weg erklimmt hier einen kleinen Hügel, den letzten vor dem Dorf, dort, wo der Besucher aus der Stadt bereits anfängt, sich zu erholen, wie man so sagt, und war an den Rändern ziemlich ausgefahren.

“Die schönen ollen Katzenköppe sind natürlich weg jetze”, sagt Rüdiger Schuck, zündet sich eine Zigarette an und schaut auf das schwarzglänzende Asphaltband, das wie ein Flicken auf dem alten Feldweg klebt. Er kann sich nicht vorstellen, dass es der Bundeskanzlerin so gefällt, aber Auftrag ist Auftrag. Freitagmittag müssen sie fertig sein. Ab da öffnet sich das Zeitfenster für das Eintreffen der Kanzlerin, hat ihm einer der Polizisten ausgerichtet, die in dem weißen Würfel Wache halten, der gegenüber dem Kanzlerinnenwochenendhaus steht.
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