September 2006


They ain’t writing protest songs anymore?

Listen to these and watch these!

Neil Young’s Living With War Today is looking for submissions…

It’s the boss’s birthday… so, we’re having a party!

Where? Berlin, Wuhlheide! When? Tonight! Who? Frank, Manja, and Pearl Jam!!!

YouTube Preview Image

Yesterday, we’ve been to the exhibition 2005 World Press Photo in Berlin. Amazing pictures, very moving — sometimes you rather want to look away, sometimes you seem petrified by the eyes of a portrait staring at you…

Surprisingly, I and also a friend of mine were most deeply touched by photos of the bereaved of U.S. soldiers who had died in Iraq. There were many other pictures showing more cruel scenes, actually a lot of blood and tortured bodies, or ‘third world’ victims of earthquakes, wars, and hunger — I was wondering, whether even a press photo doesn’t have to show ‘it all’ to be most effective, or if we Europeans are just emotionally closer to the U.S. than to African or Asian countries.

World Press Photo of the Year 2005A postcript to the exhibition: It was shown in a shopping mall at Potsdamer Platz — weird , but also a good place to reach as many people as possible. These pictures really made you stop for a minute, watch them, and made you feel bad about going shopping… well, if that’s not something!

Ein ausgezeichneter Artikel von Nils Klawitter zur Funktionsweise von Public Relations in Politik und Wirtschaft wurde im SPIEGEL 31/2006 veröffentlicht. Produkteinführungen am Markt oder ein neuer Krieg gefällig? Die Meister der Verdrehung stehen Gewehr bei Fuß! Nicht nur den ganz Naiven zur Lekture empfohlen…

[...]

Mindestens 40 Prozent der Informationen einer Tageszeitung, schätzen Medienwissenschaftler, stammen bereits von PR-Agenturen oder aus den Marketingzentralen von Unternehmen, Behörden und Verbänden. Oft kommen die „Nachrichten“ als vermeintliche Studien daher und werden gar nicht mehr als PR wahrgenommen. „Statt Propaganda aufzudecken, sind Medien der Kanal für Propaganda geworden“, sagt John Stauber, Gründer des unabhängigen Nachrichtendienstes PR Watch und Autor mehrerer Bücher über den Einfluss von PR. In Deutschland stehen 30000 Politik- und Wirtschaftsjournalisten bereits 15000 bis 18000 PR-Leuten gegenüber, schätzt der Leipziger Medienwissenschaftler Michael Haller. In den USA hat sich das Verhältnis längst zugunsten der PR-Branche gedreht.

PR habe die große Chance, in den kommenden Jahren „die führende Kommunikationsdisziplin“ zu werden, glaubt Edelman – „noch vor Werbung“, deren simple Verkaufsslogans sich viel schneller abnutzen als die strategische Konspiration der PR-Profis: Geschichten in Medien schleusen, Ereignisse inszenieren, Interviews platzieren, positive Berichterstattung erzeugen – „das kann Werbung nicht“, sagt Edelman stolz.

[...]

Es ist wie in einem Wahlkampf. Manchmal ist es auch wie in einem Krieg. Und bisweilen werden Kriege sogar schon von PR-Profis inszeniert. Längst nicht nur in einem Film wie „Wag the Dog“, wo Dustin Hoffman als alternder Hollywood-Regisseur einen irgendwo in Osteuropa angeblich stattfindenden Krieg inszenierte, um von einer echten Affäre des US-Präsidenten abzulenken.

Man kann sicher sein, dass auch im aktuellen Nahost-Konflikt PR-Leute an allen Fronten arbeiten. Aber man wird es vielleicht nie erfahren – oder erst nach einigen Jahren wie im Fall des ersten Golf-Kriegs.

Als amerikanische Panzer am 27. Februar 1991 auf Kuweit City zurollten, winkten ihnen Hunderte Kuweiter mit kleinen amerikanischen Fähnchen zu. Einige hatten sogar britische Flaggen dabei. Die Amerikaner wurden im damaligen ersten Golf-Krieg als Befreier gefeiert. Das sollten die Bilder zumindest nahelegen.

„Haben Sie sich jemals darüber gewundert, wie Menschen aus Kuweit City, nachdem sie sieben lange und schmerzhafte Monate in Geiselhaft gehalten wurden, in der Lage waren, an kleine amerikanische Flaggen zu kommen?“ John Rendon stellte diese Frage nach dem Krieg in einer Rede vor dem Nationalen Sicherheitsrat – und er fügte an: „Tja, Sie kennen die Antwort. Das war einer meiner Jobs.“ Der Mann ist Chef der Rendon Group, einer PR-Agentur in Washington, deren Spezialgebiet mediale Mobilmachung ist.

(more…)